Wies'n 2005 

München

Münchner Oktoberfest 2005

 

Anreise:

Für das Jahr 2005 hatten wir uns wieder entschieden, München mit unserer Anwesenheit zu beehren. Nachdem wir im Jahr zuvor auf der Cannstatter Wasen in Stuttgart waren, führte unsere Reise dieses Mal wieder in die Bayrische Landeshauptstadt. Was genau uns eigentlich antreibt, diese strapaziöse Reise immer wieder auf uns zu nehmen ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich ist es einfach einer der vielen Gründe, die wir im Laufe der Zeit erfunden haben, um sinnlos zusammen zu sitzen und uns mit flüssigem Nervengift (im Volksmund auch als Alkohol bekannt) zu zudröhnen. Fakt allerdings ist, dass wir so jung nie wieder zusammenkommen werden, was also alleine schon als Grund genügen würde, eine kleine Reise zu unternehmen.

 

Start war wie immer am Donnerstagabend so gegen 18.30 Uhr. James und Dani rauschten mit ihrem Kleinbus heran und wir standen voller grosser Erwartungen bereits in den Startblöcken. Der Wagen wurde mit unserem Gepäck beladen, unter anderem also ca. 50 Kilo in flüssiger Form. Es ging los, endlich! Die Fahrt nach München war natürlich ein Klacks mit unserem High-Tech Bus der  mit modernster Unterhaltungselektronik ausgestattet war. Wir hatten natürlich vorgesorgt und waren komplett ausgerüstet mit allen Arten von DVD’s. Wir schoben also die erste Disc in den dafür vorgesehenen Player und hatten fortan die Wahl aus: Film in Farbe verzerrt ohne Ton, Film schwarz-weiss ohne Ton, Ton ohne Film, diverse Menü-Auswahl Bilder sowie Schneesturm und das Rauschen im Walde! Daher James aber so gut informiert war über die Bedienung der Bordelektronik, sorgte das automatische auf- und zuklappen des Bildschirmes für tolle Unterhaltung.

 

                         

Was tut ein normaler, männlicher Erdenbürger in Situationen mit solch unerfüllten Wünschen und emotionalem Stress? Richtig! Er gönnt sich ein Bier (....oder für die Alkoholiker auf einem höheren Level gabs auch Wein).

Wir taten also was wir immer tun auf unseren gemeinsamen Reisen! Wir tranken viel und unterhielten uns auf allerhöchstem Niveau. Diese ganze ansonsten komplett unspektakuläre Anfahrt wurde zwischenzeitlich nur getrübt durch etwas unangenehme Gerüche produziert durch Pilzkulturen im inneren von Spahrli’s Körper. Leider schien er an mehreren Stellen Lecks zu haben, so dass sein innerer Durchzug immer wieder einen Weg in die Freiheit fand. Es gibt Leute die behaupten, einige von uns hätten heute noch einen grünen Schimmer im Gesicht. Jedenfalls schafften wir es dann doch noch (trotz etlichen Raststätten-Aufenthalten und kollektivem Wasserlassen) in München anzukommen. Wir bezogen kurz das Hotel und genehmigten uns noch einen kleinen Imbiss und natürlich auch einen Schlummi bevor wir dann alle zu Bett gingen um am nächsten Morgen wieder fit zu sein.

 

 

Freitag

Wie gewohnt erschienen wir alle mehr oder weniger pünktlich beim Morgen-Buffet. Es galt sich zu stärken für den kommenden Tag. Dieser stand natürlich ganz im Zeichen der Wiesn.......oder mit anderen Worten, im Zeichen von Weisswurst, Haxen und literweise Bier. Natürlich hatten wir unser diesjähriges Fasnachtskostüm (Bayerntracht mit Lederhose und allem drum-und-dran!) dabei. Ja sogar unsere Nicht-Lufthüler, James, Mario und Dani besorgten sich vorgängig ein solch schmuckes Kleidungsstück. So machten wir uns also auf den Weg zur Wiesn ganz nach der Tradition der Eingeborenen.  Kaum hatten wir unseren Bus parkiert, sassen wir auch schon in einem Zelt mit unserer ersten Mass Bier. Zugegeben war unser erster Versuch nicht von Erfolg gekrönt, denn wider Erwarten schmeckte uns das Bier im Löwenbräu-Zelt überhaupt nicht. Es war so bitter, dass beinahe Erinnerungen an Stuttgart aufkam, wo man uns mit einer Plörre Names Warsteiner zu vergiften versuchte. Normalerweise trinken wir Löwenbräu in rauhen Mengen. Wahrscheinlich hat man uns irgend eine gepanschte Suppe hingestellt oder der Schankwart hat bereits am Vorabend darin ein Fussbad genommen. Wir haben uns also kurzerhand nochmals umplatziert und fanden im Paulaner-Zelt noch ein lauschiges Plätzchen. Nun konnten wir also der Dinge harren die da kommen mögen.

 

 

 

 

             

 

Irgendwie scheint sich einiges geändert zu haben in den letzten Jahren....?!? Um ehrlich zu sein, war es ziemlich harzig den ganzen Nachmittag im Zelt zu verbringen. Wie’s scheint, darf die Musik nur jeweils etwa 2 Titel spielen und muss dann wieder eine Pause einlegen. Dies mindestens bis 18.00 Uhr. Das soll verhindern, dass bereits eine zu ausgelassene Stimmung entsteht. Natürlich ist bis zu diesem Zeitpunkt jegliches auf den Bänken oder Tischen stehen auch verboten. Na ja, wir wussten uns auch so zu helfen. Natürlich haben wir uns durch die Menukarte gegessen, mal wieder etwas geschunkelt (hier verbotener Weise auf dem Bank) oder es

 

             

 

gingen immer wieder zwei, drei von uns zusammen auf Erkundungstour über die Wiesn. Die einen machten es sich auf dem weltbekannten „Kotzhügel“ bequem, die anderen setzten sich freiwillig auf eine dieser Höllenmaschinen die man häufiger auf der Wiesn antrifft.

 

             

 

Zurück im Zelt gab es dann zu fortschreitender Stunde auch durchaus angenehmere Begebenheiten zwischenmenschlicher Art. Ab 18.00 ging dann auch wirklich die Post ab. Es wurde auf den Tischen und Bänken getanzt, geschunkelt und gesungen. Ich selbst durfte leider nicht bis zuletzt dabei sein, da zwei Herren unserer Reisegruppe (die lustigen Gesellen Dani und Seppi) mich mit Gewalt nach Hause zerrten. Mein Unvermögen gerade zu stehen oder auch nur einen einzigen kurzen Satz einigermassen fehlerfrei zu formulieren, war den beiden Grund genug mich zu verschleppen.

             

 

So verging also der erste Tag in München. Am Ende fand jeder wieder irgendwie nach Hause (Danke Dani und Seppi). Am Schluss lag auch jeder in seinem Bettchen und schlief den Schlaf der Gerechten,.....oder lag im Koma.

 

Samstag

Erneut trafen wir uns beim Morgenessen. Jeder hatte genug geschlafen und war fit für den zweiten Tag. Wir beschlossen, durch die schöne Stadt München auf Einkaufstour zu gehen. Das Wetter war dazu ideal. Man konnte etwas Bummeln und bei Lust und Laune einen Laden etwas genauer unter die Lupe nehmen. Sinnloses Rumgelatsche macht hungrig, also suchten wir uns eine richtig gemütliche, bayrische Gaststätte um uns mit einheimischen Spezialitäten vollzustopfen.

 

                         

 

Nach ein paar Stunden hatten wir genug und haben entschlossen, nochmal die Wiesn zu besuchen. Dieses mal allerdings nicht die Zelte sondern vorallem das restliche Wiesn-Areal. Einen Platz zu finden in einem der Zelte wäre um diese Zeit ohnehin schlicht unmöglich gewesen. Also spazierten wir zusammen über die Wiesn um zu sehen, was wir am Vortag alles verpasst hatten. Es tummelten sich Zehntausende von Leuten auf dem Platz, so dass auch an eine Fahrt mit den Bahnen nicht zu denken gewesen wäre. Da gab es nur eine Lösung! Bloss weg und ab in einen schönen Biergarten. Wir kaperten ein Taxi und befahlen dem Taxifahrer uns bei einem schönen Biergarten wieder abzusetzen. Er erfüllte unseren Wunsch (Spahrli drohte mit der Oeffnung seiner Luftschleusen) und setzte uns im Chinesischen Garten ab. Auch dort genossen viele Leute die herbstliche Sonne, doch fanden wir ziemlich rasch einen Tisch für uns. So gab es erneut etwas zu Essen und zu Trinken.

             

 

Wir hatten ganz die Zeit vergessen. Mario, Zimmi und Peppino versuchten sich noch krampfhaft in die Gespräche von ein paar italienischen Damen am Nachbartisch einzumischen, während die restlichen am Tisch sassen und zusahen wie es dunkel wurde. Schliesslich war der Park längst leer und die Gaststätte geschlossen, als wir uns auf den Weg zurück machten. So ging dann auch dieser Tag bald einmal zu Ende.

 

Abreise:

Die Abreise am Sonntag war wie immer kurz und schmerzlos. Wir assen alle gemeinsam das Frühstück und räumten anschliessend das Hotel. Danach gings mit voller Fahrt zurück in die Schweiz. Wieder ging ein schönes, gemeinsames Weekend dem Ende entgegen. Das nächste Jahr könnte Hamburg durchaus als Destination in Frage kommen. ....auf der Reeperbahn nachts um halb eins.....!!!! Warten wir’s ab. Bis dann!

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