Canstatter Wasen 2004 

Stuttgart

Anreise:

Die Unfähigkeit aus seinen eigenen Fehlern zu lernen, wird des öfteren vorallem jungen Männern angelastet. Nun, der geneigte Leser weiss natürlich, dass in unserem vorliegenden Fall schon die Sache mit den „jungen Männern“ hinkt. Andererseits sagt der Volksmund, man sei so jung wie man sich fühlt. Nehmen wir also letzteres und gehen davon aus, dass wir auch in unserem Alter von Zeit zu Zeit noch etwas unvernünftig sein dürfen. Dies als kleiner Prolog, so zu sagen als entschuldigende Einführung in alles was nun kommen möge. 
Es war Donnerstagabend, ca. 18.30 und wir standen voller grosser Erwartungen auf dem Bahnhofs-Parkplatz und warteten auf den Bus mit unseren beiden Aargauer Busfahrern James und Dani. Um die unendliche Wartezeit von ca. 9 Minuten sinnvoll zu überbrücken, genehmigten wir uns ein Bierchen. 

Endlich erschien unser Transport-Mittel. Nach einer freudigen Begrüssung machten wir uns auf den Weg, in Richtung Stuttgart. Nach einer ersten, langen und kräfteraubenden Etappe erreichten wir Zwingen, wo sich unsere beiden Fahrer erstmal mit Nikotin und Koffein ausrüsten mussten. 

Alain nutzte die Gelegenheit, im Bus die erste Bierüberschwemmung zu produzieren. Nach dem Einsatz von ca. 5 Kilogramm Papier-Handtüchern war unser Bus wieder einigermassen sauber. Es konnte endlich weitergehen. Da Stuttgart bekanntlich nicht ganz so weit von Laufen entfernt liegt wie München, dachten wir an eine rasche Ankunft. Einmal mehr haben wir die Rechnung ohne unsere Konfirmanden-Blase gemacht. Alle paar Minuten musste James den Bus wieder auf einen Rastplatz lenken. Zu allem Übel gerieten wir auch noch in einen Stau. Zum Glück hatten wir aber genug gegorene Säfte dabei, so dass die Fröhlichkeit bald über die Langeweile siegte. Wir fuhren also singend und lachend gen Stuttgart. Dani schaffte es dann tatsächlich, anhand einer Karte unser Hotel zu finden. Den Passagieren in den hinteren Gefilden des Busses wäre dies wohl nicht mal mehr mit einem GPS möglich gewesen. 
Endlich hatten wir es also geschafft. Nach kurzem Bezug der Hotelzimmer, machten wir uns auf den Weg, etwas essbares zu suchen. Nach einer kurzen Tramfahrt fanden wir ein 9-Sterne Restaurant in Gestalt einer türkischen Schnell-Imbiss-Bude. Was nicht umbringt, macht bekanntlich hart. Schon ziemlich müde machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel und tranken dort an der Bar die wohl ekligste Bier-Jauche die es gibt. Warsteiner!! Buääh! So endete dieser Anreisetag mit dem unbändigen Drang, endlich im Bett liegen zu dürfen.  

Freitag

Tatsächlich schafften wir es alle, zur ungefähr selben Zeit beim Morgen-Buffet zu erscheinen. Ok, nicht ganz alle, der Präsi, Zimmi, kam wieder einmal zu spät. Nachdem wir uns ausgiebig gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg zur Wasen. Für alle Voksfest-Unkundigen hier eine kleine Erklärung. Die Cannstatter Wasen in Stuttgart ist so etwas ähnliches wie die Wiesn in München. Der Unterschied liegt darin, dass in Stuttgart etwas mehr Schausteller ihre Bahnen präsentieren und es dafür aber auch weniger Bierzelte gibt. Generell hat es auch weniger Besucher als die Wiesn, was aber nach 18.00 Uhr subjektiv gar nicht mehr wahrnehmbar ist. Kurzum, es ist so ziemlich das gleiche Fest nur etwas kleiner. 
Auf der Wasen angekommen, schlenderten wir erstmal ein wenig über den Festplatz, bis wir dann doch den ersten lebensbedrohlichen Durst spürten und diesem auch sofort mit Schnaps und Bier den Kampf ansagten. 
  
Da sich das Wetter zu diesem Zeitpunkt nicht gerade von der Sonnenseite zeigte, sprich es pisste in Strömen, blieben wir erstmal sitzen und genossen einfach unseren freien Tag. Als sich der Regen partout nicht aus dem Staub machte, waren wir gezwungen, doch noch im Regen rum zu plantschen. Bald schon fanden wir ein geeignetes Zelt, wo wir uns niederliessen. Es sei vorweg genommen, ausser, zwecks vereinzelten Erkundungen des Festgeländes, haben wir dieses Zelt auch nicht mehr verlassen. Mario konnte den armen Servier-Damen nicht mehr länger zusehen und griff Ihnen kuzerhand unter die Arme, was sie sichtlich freute.

       
Selbstverständlich genossen wir die gebrachten Mass Bier, denn schliesslich hatten wir lange genug darauf gewartet. Nachdem bei den meisten auch eine schwerverdauliche Haxe im Magen lag, machten sich James, Mario, Alain, Spahrli und Denis auf den Weg, die Fahrgeschäfte zu überprüfen. Wir  fuhren Rennen auf der zweistöckigen Go-Kart-Bahn (Gratulation an Alain, der das grosse Rennen, entgegen seinen Schilderungen durch fahrerisches Können, mittels frisiertem Motor gewonnen hat) , jagten über die Achterbahn, gruselten uns auf der Geisterbahn und testeten den Freefall. Die zwei ganz mutigen, Alain und James, versuchten sogar den Hot-Shot. 
        
Der Tag war aber noch jung und als wir gegen 16.30 Uhr ins Zelt zurückkamen, war es schon sehr gut gefüllt. Es gab kaum noch Plätze und die Stimmung war ebenso gut wie in München. Nun ging es endlich los mit der sinnlosen Trinkerei, denn wie ganz am Anfang erwähnt, sind wir der Meinung, noch etwas unvernünftig sein zu dürfen. Bald einmal forderte der Tag seine ersten Opfer und Büggi knallte mit dem Kopf auf die Tischplatte. 
     
Wie wir allerdings unschwer erkennen können, war Büggi nicht der einzige der seine liebe Mühe hatte. Vor allem Peppino machte auch nicht mehr den allerfrischesten Eindruck. So ging es also weiter, bis gegen 23.00 Uhr das Zelt geschlossen wurde und wir uns auf den Heimweg machten. Da die Aufnahmefähigkeit der Redaktion schon stark beeinflusst war, ist ihr der folgende Heimweg nur anhand von Erzählungen bekannt. Präsident (der für gewöhnlich an allem die Schuld trägt) und der Vice (der dem Präsidenten bedingungslosen Kadavergehorsam leistet und somit alles mitmacht) dehnten den Nach-Hause-Weg dann doch etwas in die Länge, was damit zu tun haben könnte, dass sie sich von Zeit zu Zeit, kugelnd vor Lachen, auf der Erde trollten.

....Na ja, Verantwortung ist nun mal eine schwere Bürde, da kann man schon mal unter dem enormen Druck zusammenbrechen..... Endlich im Hotel angekommen, wollten die beiden immer noch nicht ins Bett und belästigten die Gäste der Hotelbar. Endlich wurde es ruhiger und nur Peppino weiss, was er noch alles mit dem Präsi diese Nacht im Zimmer erlebt hat.

Samstag

So unglaublich es klingen mag, aber wir waren wieder alle beim Morgenessen. Der heutige Tag sollte ganz unter dem Motto............ja worunter sollte er denn eigentlich stehen? Keine Ahnung! Na, jedenfalls machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt 

Der Nachmittag wurde mit Shopping und Essen verbracht, was bereits die eigentlichen Highlights darstellt. So gegen 17.00 Uhr breiteten wir uns dann in einem Bierkeller aus. Auch hier kamen wir nicht wieder vor dem Feierabend raus. Es war sehr gemütlich und mit unseren Gesängen sorgten wir für allgemeine Unterhaltung. 

Bei Spahrli hatten wir kurz den Verdacht, ihm den Magen auspumpen zu müssen, da er, trotz vehementem Abraten durch Alain, Apfelstrudel mit Vanille-Sauce bestellt hatte, obwohl man doch weiss, dass das „scheidet“.
Zimmi machte Bekanntschaft mit einer Gruppe von „stiefä Äschiniörä“, wobei er bei einem der weiblichen Mitgliedern dieser Gruppe grosszügig darüber hinweg sah (Anmerkung der Redaktion: hätte ich auch so gemacht, leider war ich hinter den Tischen platziert). Martin liess sich so richtig verwöhnen und prompt wurden ihm sogar die Schuhe geputzt. Was er dieser jungen Dame wohl alles als Gegenleistung versprochen hat?
    
Wie bereits erwähnt, haben wir auch einige Lieder gesungen. Eine Braut (die Schuhputzerin) feierte in diesem Bierkeller ihren Junggesellinnen-Abschied oder um es einfach auszudrücken, Polterabend. Selbstverständlich sangen wir auch ihr ein Lied. Unser selbstentworfener Text schien aber bei ihr ein paar alte Traumata auszulösen, was ich bei einem harmlosen Text wie: „Sonja, Sonja, Deine Welt ist der Strassenstrich......“ eigentlich gar nicht nachvollziehen kann. Na ja, andere Länder andere Sitten. Zimmi jedenfalls handelte wie ein richtig mächtiger, starker, selbstbewusster Präsident und huldigte der angehenden Braut unterwürfig seine Entschuldigungen zu. Ja, ja, unser Präsident ist sich für keine Erniedrigung zu schade (das braucht es wohl auch um Präsident zu sein). Was solls, wenn’s hilft !!!!!

Bald war dann auch dieser Abend endgültig zu Ende, da unsere Lokalität geschlossen wurde. So machten wir uns also auf den Heimweg. Nach einem kürzeren, kurzvenreichen und schwankenden Spaziergang, stiegen wir in 3 Taxis und fuhren ins Hotel. Geschafft!

Abreise:

Die Abreise war ziemlich unspektakulär. Wir assen alle gemeinsam das Frühstück und räumten anschliessend das Hotel. Danach gings mit voller Fahrt zurück in die Schweiz. Es war mal wieder ein wirklich lustiges Wochenende. Das nächste Jahr gehts wieder ab nach München......es sei denn, wir finden nochmal etwas Neues!

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