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Anreise:
Die Unfähigkeit
aus seinen eigenen Fehlern zu lernen, wird des öfteren vorallem jungen Männern
angelastet. Nun, der geneigte Leser weiss natürlich, dass in unserem
vorliegenden Fall schon die Sache mit den „jungen Männern“ hinkt.
Andererseits sagt der Volksmund, man sei so jung wie man sich fühlt.
Nehmen wir also letzteres und gehen davon aus, dass wir auch in unserem
Alter von Zeit zu Zeit noch etwas unvernünftig sein dürfen. Dies als
kleiner Prolog, so zu sagen als entschuldigende Einführung in alles was
nun kommen möge.
Es war Donnerstagabend, ca. 18.30 und wir standen voller grosser
Erwartungen auf dem Bahnhofs-Parkplatz und warteten auf den Bus mit
unseren beiden Aargauer Busfahrern James und Dani. Um die unendliche
Wartezeit von ca. 9 Minuten sinnvoll zu überbrücken, genehmigten wir uns
ein Bierchen.

Endlich erschien unser Transport-Mittel. Nach einer freudigen Begrüssung
machten wir uns auf den Weg, in Richtung Stuttgart. Nach einer ersten,
langen und kräfteraubenden Etappe erreichten wir Zwingen, wo sich unsere
beiden Fahrer erstmal mit Nikotin und Koffein ausrüsten mussten.

Alain nutzte die Gelegenheit, im Bus die erste Bierüberschwemmung
zu produzieren. Nach dem Einsatz von ca. 5 Kilogramm Papier-Handtüchern
war unser Bus wieder einigermassen sauber. Es konnte endlich weitergehen.
Da Stuttgart bekanntlich nicht ganz so weit von Laufen entfernt liegt wie
München, dachten wir an eine rasche Ankunft. Einmal mehr haben wir die
Rechnung ohne unsere Konfirmanden-Blase gemacht. Alle paar Minuten musste
James den Bus wieder auf einen Rastplatz lenken. Zu allem Übel gerieten
wir auch noch in einen Stau. Zum Glück hatten wir aber genug gegorene Säfte
dabei, so dass die Fröhlichkeit bald über die Langeweile siegte. Wir
fuhren also singend und lachend gen Stuttgart. Dani schaffte es dann tatsächlich,
anhand einer Karte unser Hotel zu finden. Den Passagieren in den hinteren
Gefilden des Busses wäre dies wohl nicht mal mehr mit einem GPS möglich
gewesen.
Endlich hatten wir es also geschafft. Nach kurzem Bezug der Hotelzimmer,
machten wir uns auf den Weg, etwas essbares zu suchen. Nach einer kurzen
Tramfahrt fanden wir ein 9-Sterne Restaurant in Gestalt einer türkischen
Schnell-Imbiss-Bude. Was nicht umbringt, macht bekanntlich hart. Schon
ziemlich müde machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel und tranken dort
an der Bar die wohl ekligste Bier-Jauche die es gibt. Warsteiner!! Buääh!
So endete dieser Anreisetag mit dem unbändigen Drang, endlich im Bett
liegen zu dürfen.
Freitag
Tatsächlich
schafften wir es alle, zur ungefähr selben Zeit beim Morgen-Buffet zu
erscheinen. Ok, nicht ganz alle, der Präsi, Zimmi, kam wieder einmal zu
spät. Nachdem wir uns ausgiebig gestärkt hatten, machten wir uns auf den
Weg zur Wasen. Für alle Voksfest-Unkundigen hier eine kleine Erklärung.
Die Cannstatter Wasen in Stuttgart ist so etwas ähnliches wie die Wiesn
in München. Der Unterschied liegt darin, dass in Stuttgart etwas mehr
Schausteller ihre Bahnen präsentieren und es dafür aber auch weniger
Bierzelte gibt. Generell hat es auch weniger Besucher als die Wiesn, was
aber nach 18.00 Uhr subjektiv gar nicht mehr wahrnehmbar ist. Kurzum, es
ist so ziemlich das gleiche Fest nur etwas kleiner.
Auf der Wasen angekommen, schlenderten wir erstmal ein wenig über den
Festplatz, bis wir dann doch den ersten lebensbedrohlichen Durst spürten
und diesem auch sofort mit Schnaps und Bier den Kampf ansagten.

Da sich das Wetter zu diesem Zeitpunkt nicht gerade von der Sonnenseite
zeigte, sprich es pisste in Strömen, blieben wir erstmal sitzen und
genossen einfach unseren freien Tag. Als sich der Regen partout nicht aus
dem Staub machte, waren wir gezwungen, doch noch im Regen rum zu
plantschen. Bald schon fanden wir ein geeignetes Zelt, wo wir uns
niederliessen. Es sei vorweg genommen, ausser, zwecks vereinzelten
Erkundungen des Festgeländes, haben wir dieses Zelt auch nicht mehr
verlassen. Mario konnte den armen Servier-Damen nicht mehr länger zusehen
und griff Ihnen kuzerhand unter die Arme, was sie sichtlich freute.

Selbstverständlich genossen wir die gebrachten Mass Bier, denn
schliesslich hatten wir lange genug darauf gewartet. Nachdem bei den
meisten auch eine schwerverdauliche Haxe im Magen lag, machten sich James,
Mario, Alain, Spahrli und Denis auf den Weg, die Fahrgeschäfte zu überprüfen.
Wir fuhren Rennen auf der
zweistöckigen Go-Kart-Bahn (Gratulation an Alain, der das grosse Rennen,
entgegen seinen Schilderungen durch fahrerisches Können, mittels
frisiertem Motor gewonnen hat) , jagten über die Achterbahn, gruselten
uns auf der Geisterbahn und testeten den Freefall. Die zwei ganz mutigen,
Alain und James, versuchten sogar den Hot-Shot.

Der Tag war aber noch jung und als wir gegen 16.30 Uhr ins Zelt zurückkamen,
war es schon sehr gut gefüllt. Es gab kaum noch Plätze und die Stimmung
war ebenso gut wie in München. Nun ging es endlich los mit der sinnlosen
Trinkerei, denn wie ganz am Anfang erwähnt, sind wir der Meinung, noch
etwas unvernünftig sein zu dürfen. Bald einmal forderte der Tag seine
ersten Opfer und Büggi knallte mit dem Kopf auf die Tischplatte.

Wie wir allerdings unschwer erkennen können, war Büggi nicht der
einzige der seine liebe Mühe hatte. Vor allem Peppino machte auch nicht
mehr den allerfrischesten Eindruck. So ging es also weiter, bis gegen
23.00 Uhr das Zelt geschlossen wurde und wir uns auf den Heimweg machten.
Da die Aufnahmefähigkeit der Redaktion schon stark beeinflusst war, ist
ihr der folgende Heimweg nur anhand von Erzählungen bekannt. Präsident
(der für gewöhnlich an allem die Schuld trägt) und der Vice (der dem Präsidenten
bedingungslosen Kadavergehorsam leistet und somit alles mitmacht) dehnten
den Nach-Hause-Weg dann doch etwas in die Länge, was damit zu tun haben könnte,
dass sie sich von Zeit zu Zeit, kugelnd vor Lachen, auf der Erde trollten.

....Na ja, Verantwortung ist nun mal eine schwere Bürde, da kann man
schon mal unter dem enormen Druck zusammenbrechen..... Endlich im Hotel
angekommen, wollten die beiden immer noch nicht ins Bett und belästigten
die Gäste der Hotelbar. Endlich wurde es ruhiger und nur Peppino weiss,
was er noch alles mit dem Präsi diese Nacht im Zimmer erlebt hat.
Samstag
So
unglaublich es klingen mag, aber wir waren wieder alle beim Morgenessen.
Der heutige Tag sollte ganz unter dem Motto............ja worunter sollte
er denn eigentlich stehen? Keine Ahnung! Na, jedenfalls machten wir uns
auf den Weg in die Innenstadt

Der Nachmittag wurde mit Shopping und Essen verbracht, was bereits die
eigentlichen Highlights darstellt. So gegen 17.00 Uhr breiteten wir uns
dann in einem Bierkeller aus. Auch hier kamen wir nicht wieder vor dem
Feierabend raus. Es war sehr gemütlich und mit unseren Gesängen sorgten
wir für allgemeine Unterhaltung.

Bei Spahrli hatten wir kurz den Verdacht, ihm den Magen auspumpen zu müssen,
da er, trotz vehementem Abraten durch Alain, Apfelstrudel mit
Vanille-Sauce bestellt hatte, obwohl man doch weiss, dass das
„scheidet“.
Zimmi machte Bekanntschaft mit einer Gruppe von „stiefä Äschiniörä“,
wobei er bei einem der weiblichen Mitgliedern dieser Gruppe grosszügig
darüber hinweg sah (Anmerkung der Redaktion: hätte ich auch so gemacht,
leider war ich hinter den Tischen platziert). Martin liess sich so richtig
verwöhnen und prompt wurden ihm sogar die Schuhe geputzt. Was er dieser
jungen Dame wohl alles als Gegenleistung versprochen hat?

Wie bereits erwähnt, haben wir auch einige Lieder gesungen. Eine Braut
(die Schuhputzerin) feierte in diesem Bierkeller ihren
Junggesellinnen-Abschied oder um es einfach auszudrücken, Polterabend.
Selbstverständlich sangen wir auch ihr ein Lied. Unser selbstentworfener
Text schien aber bei ihr ein paar alte Traumata auszulösen, was ich bei
einem harmlosen Text wie: „Sonja, Sonja, Deine Welt ist der
Strassenstrich......“ eigentlich gar nicht nachvollziehen kann. Na ja,
andere Länder andere Sitten. Zimmi jedenfalls handelte wie ein richtig mächtiger,
starker, selbstbewusster Präsident und huldigte der angehenden Braut
unterwürfig seine Entschuldigungen zu. Ja, ja, unser Präsident ist sich
für keine Erniedrigung zu schade (das braucht es wohl auch um Präsident
zu sein). Was solls, wenn’s hilft !!!!!

Bald war dann auch dieser Abend endgültig zu Ende, da unsere Lokalität
geschlossen wurde. So machten wir uns also auf den Heimweg. Nach einem kürzeren,
kurzvenreichen und schwankenden Spaziergang, stiegen wir in 3 Taxis und
fuhren ins Hotel. Geschafft!
Abreise:
Die Abreise
war ziemlich unspektakulär. Wir assen alle gemeinsam das Frühstück und
räumten anschliessend das Hotel. Danach gings mit voller Fahrt zurück in
die Schweiz. Es war mal wieder ein wirklich lustiges Wochenende. Das nächste
Jahr gehts wieder ab nach München......es sei denn, wir finden nochmal
etwas Neues!
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