Cliquen-Weekend

Zermatt

2004

Freitag, 10.12.2004


Drei schräge Gestalten schlichen sich bereits irgendwann gegen 5 Uhr morgens mit Gepäck und Sport-ausrüstung aus den jeweiligen Wohnungen raus. Es handelte sich um Büggi, Martin und Sury. Nicht wie üblich auf der Flucht, waren sie dieses mal auf dem Weg nach Zermatt. Das Lufthüler-Skiweekend stand wieder vor der Türe. Es war wieder einmal Zeit, die faulste Sau in unserem Stall zu besuchen und da die bekanntlich ja in Zermatt sitzt, zog es uns auch dieses Jahr wieder zur „Horu“-Besichtigungsplattform hinauf. Diese drei ruhelosen Seelen also waren die ersten, die sich auf den Weg machten, Bieli’s tadeloses Walliser-Dasein in den Dreck zu ziehen. Sie hatten sich fest vorgenommen, bereits am Freitag auf den Skiern zu stehen.

Gesagt getan. Der zweite Teil der Clique (Spahrli, Alain, Zimmi und Denis), wollte sich um 08.00 Uhr im Kern treffen. Wie zu erwarten, gab es aber einige Probleme zu bewältigen, wie z.B. das Einladen von Zimmis Skiern. Er hat leider bis heute nicht begriffen, dass kein Mensch mehr mit 3 Meter langen Skiern durch die Alpen kurvt. Unsereiner begnügt sich jeweils bei solch intensiv, sportlichen Anlässen mit Snow-Blades. Nicht so unser Zimmi. Also mussten wir zuerst bei Spahrli den Dach-Träger holen und montieren. Nach also anfänglichen Schwierigkeiten, landeten wir dann doch noch im Kern. Kurze Zeit später ging es dann endlich richtig los. Die letzten 3 (Henzi, Seppi und Gruber) kamen dann erst gegen den späteren Abend, da sie alle noch arbeiten mussten. 
Die Hinfahrt verlief ziemlich unspektakulär, so dass wir gegen 13.00 Uhr bereits in Zermatt waren, ja sogar schon die Zimmer bezogen hatten. Bieli hat uns wieder im Sun Valley Lodge einquartiert, was für unsere Zwecke eine Super-Lösung ist. Dort angekommen, quälte uns ein kleinerer Hunger und ein enormer Durst. Körperliche Bedürfnisse soll man ja bekanntlich befriedigen und so suchten wir einen Platz um ein Apéro-Bierchen zu trinken. Es wurden dann vier oder fünf, jedenfalls verschwand so langsam der Durst, dafür machte sich der Hunger immer mehr bemerkbar. Um diese Zeit (es war ca. 17 Uhr) etwas zum Essen zu finden, stellte sich als ziemlich schwierig heraus. Nach mehreren Versuchen, haben wir es dann doch geschafft und wir waren froh, nun endlich etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Angemerkt sei hier noch, dass sich im Nachhinein herausgestellt hat, warum dieses Restaurant als einziges schon um 17 und nicht wie alle anderen, um 18 Uhr öffnet. Einzig in dieser Stunde ist es für sie möglich, etwas Geld einzunehmen, durch von Hunger gepeinigte Touristen. Ab 18 Uhr geht kein Schwein mehr in diese Spelunke, mindestens keiner mehr der sie kennt. Das Essen war „uhhhhh“ und nicht wirklich heiss und die Getränke waren „bähhh“ dafür so richtig schön teuer. Alain spürte das schmerzhaft, als er in seiner unendlichen Grosszügigkeit die Flasche Weisswein zahlen wollte. Durch diese Rechnung schockiert, liess er dafür anschliessend sein Handy auf dem Tisch liegen, davon aber später noch mehr. Dort trafen wir übrigens auch die drei Frühaufsteher, die nun ebenfalls etwas zu essen brauchten, nachdem sie den ganzen Tag Ski gefahren waren.

Nach nicht allzulanger Zeit, trollten wir uns in Richtung Crampis. Es scheint so eine Art Tradition geworden zu sein, sich im Crampis zu betrinken, obwohl wir im Gegensatz zu früheren Jahren, richtiggehend harmlos waren. Alain streckte seine Nase ziemlich tief in die Weisswein-Flaschen und sein sonst schon clownesker Gesichtsausdruck, wurde nach und nach zum Ebenbild von Pipo dem Clown. Zum Glück hatte er Ohren, sonst wäre wohl sein Grinsen durch den ganzen Kopf gegangen. So aber wurde seine Gesichtsmimik gebremst. (Das Photo unten zeigt Martin, der wohl bei Alain in die Lehre geht).



Nach etlichen Stunden machte sich bei den meisten Luftis erneut ein unangenehmer Hunger breit. So wackelte also die Mehrheit in Richtung McDonalds um ein fürstliches Mahl zu sich zu nehmen. Alain und Denis gingen in Richtung PapperlaPub, wo sie die drei Weisen, Henzi, Seppi ond Andi antrafen. Kurzerhand gingen sie alle ins Pub und nahmen den einen oder anderen Begrüssungstrunk. Nach einer Weile kamen dann auch die Gourmets zurück und gesellten sich zu uns. Es wurde munter weiter getrunken und allmählich zog es uns auch ins Bett. Da bemerkte Spahrli zum ersten mal, dass er seine Jacke irgendwo liegen gelassen hat. Man stelle sich vor, er hat eine ziemlich lange Strecke draussen bei wohl ca. – 6 Grad zurückgelegt ohne zu merken, dass er gar keine Jacke trägt. Was es dazu alles braucht, um auf diese Stufe zu sinken, möchte ich hier lieber nich näher erörtern. Wir lassen diese Tatsache nun einfach mal so im Raum stehen. Es sei aber trotzdem noch erwähnt, dass er seine Jacke bis heute nicht wieder hat und dass er auch schon im vorherigen Jahr seine Lufthüler-Mütze liegen gelassen hat. Insider wollen einen portugisischen Mitbürger gesehen haben, mit einer Kappe, die jener von Spahrli verblüffend ähnlich gesehen hat. Na ja......! Der Vollständigkeit halber soll hier aber auch noch zusätzlich erwähnt werden, dass unser lieber Alain beim Verlassen des PapperlaPub, zum erstenmal bemerkte, dass er gar kein Handy mehr hat. Eh voilà, schon ging das Theater los. Leibesvisitationen, Anrufe auf’s verlorene Handy, erneute Suche im Pub usw, usf! Nach langem gingen wir dann trotzdem nach Hause. Übrigens konnte er es am nächsten Tag dann doch noch abholen im Gault Millau – Tempel vom Tag davor. Glück gehabt.  

Samstag, 11.12.2004

Ziemlich früh am morgen, herrschte bereits wieder senile Bettflucht! Mindestens bei den meisten. Als alle so gegen 9 Uhr beim Frühstück sassen, trudelte dann auch noch Alain ein. Ich glaube, beschönigende Worte wären hier komplett fehl am Platze, also sag ich doch einfach wie’s ist: Er sah scheisse aus. Getreu unserem Motto, „was nicht umbringt, macht einen Harten“ zogen wir dann  los, um einen wunderschönen Tag auf den Skiern zu geniessen. Damit wir als Lufthüler-Clique nicht sofort von unseren zahlreichen Fans erkannt wurden, tarnten wir uns mit dem Eisbär-Kostüm der letzten Fasnacht.

Dieser Gag kam sehr gut an bei den Leuten und so mussten wir auch einige Male als Photo-Hintergrund herhalten. Wir genossen dieses wunderbare Wetter in vollen Zügen und waren mehrheitlich den ganzen Tag auf den Skiern. Na ja, es gab natürlich auch wieder die sozial unangepassten, emotional beschädigten und bürgerlich lausig erzogenen, die es nicht unterlassen konnten, zu jassen. Ich habe für das nächste Ski-Weekend bereits die Erlaubnis des Präsidenten eingeholt, meine Dienstwaffe geladen bei mir zu tragen und im Härtefall auch einzusetzen. 

Gegen den späteren Nachmittag, trennten sich dann die Wege, denn Andi, Seppi und Denis fuhren noch ein wenig länger, so dass wir die Abfahrt getrennt in Angriff nahmen. Letztendlich trafen wir uns aber alle wieder im Restaurant der Sun Valley Lodge, wo wir gemütlich ein paar Bierchen tranken und auch kulinarisch durchaus verwöhnt wurden. Wir dankten es dem Wirtepaar und natürlich auch den erfreuten Gästen mit einigen unserer schönsten Lieder. Um genau zu sein, haben wir wieder einmal die ganze Beiz unterhalten. Bis zum Schluss haben alle versucht mit zu singen. Dort trafen wir dann auch endlich unseren Bieli, der als Vice-Chef des PapperlaPub und als Zermatter Gemeinde-Präsident (oder König oder so ähnlich) einen wahnsinnigen Einfluss auf das Wohlergehen der Zermatter hat, den aber komischerweise auch keine Sau kennt. Na ja, andere Dörfer, andere Regeln. Gegen 24 Uhr erst verliessen wir das Restaurant und bereits hatten wir wieder einen gewaltigen Hunger. Unser Präsident, Zimmi, hat sich wieder einmal einen Spass daraus gemacht, sich um unseren armen Andi zu kümmern. Der arme Kerl war wieder einmal besoffen wie eine Strandhaubitze. Alle die unseren Andi kennen, wissen, dass er in diesem Zustand bei anderen Mitmenschen für Lachanfälle sorgen kann (.....wer z.B. isst schon schlafend eine Pizza und versucht dabei noch mit Messer und Gabel zu hantieren). Gemäss unbestätigten Aussagen von komplett irrelevanten Subjekten, hat sich unser Präsident vor lachen nicht nur beinahe in die Hosen gepisst........!

Von da gings dann noch mal weiter ins PapperlaPub. All zu lange mochten wir uns aber nicht mehr auf den Beinen halten, zumal wir auch schon das Gefühl hatten, dass wir uns mit unseren Kindern einen Tanz-Schuppen teilen mussten. So ging es also nicht mehr lange, bis wir alle zu Hause in unseren Bettchen lagen und friedlich dem nächsten Tag entgegen schnarchten.

Sonntag, 12.12.2004

Über den Sonntag gibt es nichts Besonderes mehr zu berichten. Wieder schafften wir es, alle gemeinsam beim Frühstücks-Tisch zu sitzen. Dem einen oder anderen brannte der „Ausgang für vollauf verwertete Nahrungsmittel“, da sie wieder einmal einer hoffnungslosen Selbstüberschätzung zum Opfer fielen und glaubten, Pepperocini gleich literweise über die Pizza schütten zu können (hier sei noch gesagt, ihr Buben, nicht ein jeder kann sich einfach mit dem Vice-Präsidenten messen, gäll Spahrli und Seppi). So wurde die Toilette vor unserer Abreise noch sehr häufig frequentiert.

Nach einem gemütlichen Spaziergang durch Zermatt, gings dann wieder zurück nach Hause. Wir freuen uns bereits jetzt schon auf das Skiweekend 2005! Bis dann!

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